Sarah Palin war nicht nur in Deutschland bis vor wenigen Tagen völlig unbekannt. Auch in Amerika wurde sie in den Main-Stream Medien nicht wirklich erwähnt (Alaska ist ungefähr so wayne wie Uecker-Randow), und es gibt eigentlich nur eine Erklärung, warum die politische Spitze der Republikaner überhaupt auf sie aufmerksam wurde: Adam Brickleys Blog, in dem dieser seit Ende Februar für Palin als Running Mate eintritt.
Brickley, eigentlich ein Giuliani-Unterstützer, wird hier zitiert und spricht über Sinn und Zweck des Blogges.
„The goal of this site is merely to show the political establishment that Palin would be a good choice (and a better one than the names currently being circulated), because they probably wouldn’t consider her otherwise. It is the belief of this site that the presidential nominee will like what he sees if he adds Gov. Palin to his list of perspective Vice-Presidents.“
Beim grandiosen Colbert Report war er zu Gast. (Muffiger Link, weil ich zu doof zum Einfügen und Direktlinken bin.)
Palin teilt viele Eigenschaften mit Condi Rice (welche ich bis jetzt als McCains Geheimwaffe „im Verdacht hatte“), auch sie ist ultra-konservativ, weiblich, jung und bissig. Anders als Rice mangelt es ihr allerdings eklatant an tatsächlicher politischer Erfahrung – in ihrer Rede auf der Republican National Convention wies sie stolz auf ihre Erfahrung als Bürgermeisterin eines 15.000 Einwohner-Kaffs hin, wo man „wirklich was entscheiden musste“ und nicht wie Obama als ehrenamtlicher Gemeindearbeiter ohne jede Verantwortung arbeiten könne -
Auf den ersten Blick wirkt ihre Wahl wie ein billiger Versuch, sich die enttäuschten Hillary-Fans zu angeln. Auf den zweiten Blick auch. Dennoch ist ihre politische Einstellung fast so wichtig wie der Fakt, dass sie Brüste hat und unter 50 ist. Mit ihr (gegen Homo-Ehe, gegen Abtreibung, gegen sexuelle Aufklärung an Schulen, gegen Umweltschutz) spricht McCain nun auch den rechten Flügel seiner Partei an, dessen Sprachrohr Anne Coulter noch vor wenigen Monaten meinte, eher den Teufel als McCain zu wählen.
Mit dieser Frau könnte McCain tatsächlich die Wahl gewinnen, nun wo Obamas Hope-Machine immer mehr die Luft ausgeht.
Ein Blogger als Königsmacher? Zumindestens rief Sarah Palin Brickley an, um sich zu bedanken. Ich habe sogar kurz versucht, mir ähnliches in Deutschland vorzustellen; aber dann ritt nur wieder ein Clown mit „Geh in die Realität. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los, ziehe nicht 2000 DM ein“-Poster auf einem Pferd an mir vorbei.
Scheißclowns.
2 Antworten bis hierher ↓
Axel_Bavaria // September 7, 2008 um 10:33 |
Amerika hat Sarah Palin, wir haben Angela Merkel. Goethe wußte es schon damals: „Amerika, du hast es besser !“
Axel_Bavaria // September 7, 2008 um 10:34 |
Hier gibts mehr Informationen zu Sarah Palin und dem aktuellen politischen Geschehen:
PI-Links sind hier nicht willkommen.
Christoph Kratistos