Bei Spiegel Online gibt es zwei Artikel zur neulich von den CDU-Sheriffs Schäuble und Schönbohm vorgestellten Kriminalstatistik des Jahres. Beide Artikel machen auf die übliche Weise Panik vor kriminellen Jugendlichen (4,9% mehr Gewaltkriminalität, 6,3% mehr gefährliche und schwere Körperverletzung) und weisen auf den „deutlich höheren“ Anteil von Nichtdeutschen hin. Erfolge werden bei den gesunken Drogen- und Diebstahldelikten gesehen (welches „offensichtlich wegen immer besserer Diebstahlsicherungen“ bei Autos der Fall sei). Sowohl Ralf Stegner, der SPD-Chef Schleswig-Holsteins, als auch Schäuble sehen hartes Durchgreifen als Lösung: „Wir müssen das existierende Recht konsequenter anwenden. (…) Die Strafe muss auf den Fuß folgen.“
Let’s state the facts:
-Die um 6,3% gestiegenen gefährlichen und schweren Körperverletzungen von Jugendlichen liegt deutlich unter dem Bundesanstieg von 11,1 Prozent.
- Wahre Erfolge sind statt gesunkener Drogen und Diebstahl-Zahlen wohl eher die um 5% gesunken Mord und Totschlagsfälle, sowie die um 7,5% gesunkenen Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen.
- Zu den „Nichtdeutschen Kriminellen“: Deren Zahlen, im Gegensatz zu denen des Durchschnittsbürgers, sinken.
- Hardcoremaßnahmen wirken nicht – ganz im Gegenteil: „Täter, die zu einer freiheitsentziehenden Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt wurden, werden besonders häufig rückfällig.“
Und ich bin verdammt froh, dass der Holzklotz-Werfer ein frustrieter, Heroinsüchtiger Dreißigjähriger wahr und kein – wie bereits allgemein fabuliert- gelangweilter Jugendlicher.
1 Antwort bis hierher ↓
ring2 // Juni 12, 2008 um 1:34 |
Übrigens interessant, dass der SPIEGEL das 1982 in Deutschland auch schon so wahrgenommen hat:
http://www.ringfahndung.de/archives/zum-thema-jugendgewalt